Workspace-Management: Anforderungen steigen

Die Anzahl an eingesetzten Geräten am Arbeitsplatz steigt und IT-Manager sind bei deren Integration gefordert. Wir sprachen mit Oliver Bendig, CEO von Matrix42, was Workspace-Management leistet.

Welche Anforderungen stellt Workspace-Management an die IT eines Unternehmens aus technischer und organisatorischer Sicht?

In technischer Hinsicht benötigen Unternehmen für die flexible und kostengünstige Bereitstellung von Arbeitsplätzen mehr denn je eine Lösung, mit der das IT-Management den Zugriff auf Anwendungen, Dokumente, Geräte und Benutzer-IDs über eine zentrale, sichere und webbasierte Umgebung verwalten kann – und die zugleich kompatibel mit allen modernen Browsern ist. Der Browser ist heute zur zentralen Schnittstelle geworden, über den auf alle Anwendungen und Daten zugegriffen wird – sozusagen zum «neuen Betriebssystem». Deshalb muss ein modernes Workspace-Management in der Lage sein, die Gerätevielfalt zu unterstützen. Dabei gilt es, sich nicht nur auf die heute eingesetzten Geräte wie Desktop-PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones zu fokussieren, sondern auch zukünftige technologische Entwicklungen mit zu berücksichtigen. Themen wie Wearables Computing oder Internet of Things werden auch am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle spielen.

Als Zweites geht es um das Thema Applikationsvielfalt, hier sind IT-Verantwortliche heute mit der Frage beschäftigt: Wie kann ich die unterschiedlichen Applikationen auf unzähligen Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen unterstützen? Es gilt auch, Cloudlösungen entsprechend einzubinden. So werden Windows-Applikationen, mobile Applikationen, aber auch Web- und Services-Applikationen, direkt aus der Cloud bezogen und sind nicht mehr auf den Endgeräten installiert.

Wie sieht es aus organisatorischer Sicht aus?

Ein weiteres wichtiges und sensibles Thema ist der Umgang mit den Daten und Dokumenten. Aktuelle Studien zeigen, dass Mitarbeiter rund vier verschiedene Geräte in den Unternehmen für ihre Arbeit verwenden. Dabei auch oft private Geräte. Hier stellt sich nicht nur die Herausforderung, wie ich die richtigen Dokumente zur richtigen Zeit auf dem jeweiligen Gerät zur Verfügung stellen kann, sondern auch, wie ich die privaten und unternehmenseigenen Daten schütze und trenne. Hier stellt sich die Frage: Wie muss ich beispielsweise die Abläufe, den Support organisieren, z. B. wenn das Gerät gar nicht dem Unternehmen gehört?

Ein weiterer aus meiner Sicht immer wichtiger werdender Punkt ist die ganzheitliche Sichtweise auf den Arbeitsplatz. In Gesprächen mit unseren Kunden erleben wir ganz oft, dass ihre IT organisatorisch nach klassischen Aufgabengebieten aufgestellt ist. So gibt es Leute, die nur für die Windows-Applikationen, weitere nur für die Server, das Netzwerk oder die Lizenzen zuständig sind. Hier sehen wir den Weg zu crossfunktionalen Teams, die mobile sprechen, aber auch das klassische PC-Management, Lizenzmanagement, Server sowie die Netzwerke beherrschen.

Bedeutet dies für die IT weg von der Spezialisierung wieder hin zum Generalistentum?

Nein, es geht nicht darum, mehr Generalisten zu haben. Die komplexen Aufgaben in den verschiedenen Bereichen verlangen mehr denn je gut ausgebildete IT-Spezialisten. Davon werden wir in Zukunft sogar noch mehr benötigen. Aber sie werden in crossfunktionalen Teams bereichsübergreifend zusammenarbeiten.

Für welche Unternehmen kommt heute ein Workspace-Management-System überhaupt in Frage?

Arbeitsplatzmodernisierung, und dazu zählt auch Workspace-Management, beschäftigt alle Unternehmen unabhängig von ihrer Grösse. Bei den Grossunternehmen hatten wir in den letzten Jahren den Eintrittspunkt über die Mobilität und die dadurch verbundene Mobilisierung der Arbeitsplätze. Hier gehören Workspace-Management-Systeme zum Alltag. Was wir heute erleben, ist, dass der Mittelstand nachzieht und seinen Investitionsrückstand in diesem Bereich aufholen möchte. Wobei hier zusätzlich das Thema Unified Endpoint Management (UEM) dazukommt.

Welche Bedeutung erhält UEM in den Unternehmen?

Mobile Endgeräte haben völlig andere Management-Schnittstellen als klassische Arbeitsplätze und zwingen die Unternehmen, mit unterschiedlichen technologischen Plattformen zu arbeiten. Das ist aufwendig, überaus komplex und bietet nicht die für die Steuerung notwendige Transparenz. Hier bietet Unified Endpoint Management die einfache Verwaltung sämtlicher Geräte vom iPhone bis zum Windows Desktop in einer zentralen Konsole. Es vereinfacht das Leben der Administratoren, indem UEM z. B. selbstständig entscheidet, ob Enterprise-Mobility-Managements-(EMM-) oder Client-Lifecycle-Managements-(CLM-)Schnittstellen im Hintergrund zur Umsetzung der Richtlinien genutzt werden. Unified Endpoint Management hilft Unternehmen durch die Konsolidierung von zwei auf ein Management-Tool, die Kosten zu reduzieren.

Welche Trends und Entwicklungen werden im nächsten Jahr die IT-Agenda der Unternehmen prägen?

Die Arbeit – und damit auch der Arbeitsplatz – wird noch «grenzenloser» werden. Mitarbeitende erbringen ihre Arbeitsleistung rund um die Welt. Die traditionellen Arbeitsorte und -zeiten lösen sich auf. In den Gesprächen gaben IT-Verantwortliche an, dass sie die Workplace-Modernisierung nach dem Dauerbrenner Sicherheit als wichtigste IT-Aufgabe in den nächsten zwei bis drei Jahren sehen. Virtuelle Arbeitsplätze werden noch vermehrter in die Cloud wandern. Der einzelne Arbeitsplatz wird noch mobiler werden sowie die Gerätevielfalt wird weiter zunehmen. Auch die intuitive Bedienbarkeit von IT-Oberflächen wird immer wichtiger.

Die Arbeitsplatzorganisation wird hinkünftig durch flache Netzwerkstrukturen, die Integration von Social-Media-Plattformen und Communities innerhalb und ausserhalb der Unternehmen geprägt werden. Dies bedeutet auch, dass die Informationsgeschwindigkeit und das Volumen maximiert sowie auch Strategien und Risikomanagement im Umgang mit persönlichen Daten entwickelt werden müssen. Ohne funktionierende Workspace-Management-Plattformen, die sich in Richtung einer cloudbasierten und geräteagnostischen Zukunft weiterentwickeln, werden IT-Abteilungen es schwer haben, entsprechende Services anzubieten.

Download (PDF, 82KB)

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