Mit Workspace-Management die Lizenzen im Griff

Professional Computing sprach mit Oliver Bendig (Bild links), Chief Technology Officer (CTO) Matrix42, und Nadia Bischof (Bild rechts), Geschäftsführerin Matrix42 Helvetia AG.

Die mobile Arbeitswelt erfordert heute eine umfassende, zentralisierte und automatisierte Management-Lösung, die Anwendern in allen physischen, virtuellen und mobilen Umgebungen einen sicheren Zugriff ermöglichen. 

IT-Umgebungen werden durch den Mix an herkömmlicher IT, Cloud Services und outgesourcten IT-Komponenten zunehmend hybrider und komplexer. Welche neuen Anforderungen ergeben sich durch diese Entwicklung für die IT in den Unternehmen?
Oliver Bendig: In der heutigen Arbeitswelt verschmelzen die Grenzen zwischen Hard- und Software sowie von privaten und geschäftlichen Inhalten. Die Steuerung und Kontrolle von IT-Arbeitsplätzen werden deshalb für die Unternehmen zu einer immer grösseren Herausforderung. Anwender erwarten heutzutage, dass sie ihre Geräte und Services genauso einfach bestellen können und geliefert bekommen, wie sie es von den Apps auf ihren Mobilgeräten gewohnt sind.

Traditionelle Management-Werkzeuge mit einem zentralistischen Ansatz, bei dem die IT-Abteilung alleine entscheidet, wer welche Applikationen, Arbeitsplatzkonfiguration und IT-Services bekommt, können dies nicht bewerkstelligen. Hier erfordert es heute flexible Workspace-Management-Lösungen, die dem Anwender mehr Eigenverantwortung gewähren und gleichzeitig der IT weiterhin die Kontrolle ermöglichen. Dabei hilft Workspace-Management die Komplexität des modernen Arbeitsbereiches einfach und effektiv zu managen.

Welche Kriterien muss heute ein modernes Workspace-Managementsystem erfüllen?
Oliver Bendig: Workspace Management verbindet viele unterschiedliche Oberflächen und Komponenten, wie Client, Cloud, SaaS, Virtualisierung und Lifecycle-Management, zu einer übergreifenden Arbeitsumgebung. Auf die benötigten Daten sollte daher nebst dem lokalen Zugang auch über die Cloud zugegriffen werden können.

Wichtige Themen sind daher Punkte wie:

  • Automatisierte Softwareverteilung
  • Lizenz- und Asset-Management
  • IT-Service-Management (ITSM)
  • Mobile Device Management
  • Client-Backup

Worin liegen die Vorteile und der Nutzen?
Oliver Bendig: Dazu zählen sinkende IT-Kosten durch Automatisierung und Standardisierung, eine umfassende Geräteflexibilität (Bring Your Own Device), die Automatisierung von Updates und der Softwareverteilung. Ein oft unterschätztes Thema ist die Lizenzverwaltung. Hier können wir mit unserem Workspace Management helfen Kosten zu sparen, indem wir durch die Messung tatsächlicher Nutzung von Software eine transparente Lizenzbilanz dem Kunden liefern.

Wird das Thema Softwarelizenzierung in den Unternehmen unterschätzt?
Oliver Bendig: Aus unserer Sicht, ganz klar, ja! Viele Unternehmen müssen zusätzlich zu den bisherigen Anforderungen, sich zunehmend auch Gedanken über das Lizenzmanagement für Mobile- und SaaS-Applikationen machen. Die Komplexität steigt, die Gefahr eines Lizenzaudits und der damit einhergehenden finanziellen und Image-Risiken sind hoch. Lizenzmanagement, also Transparenz über erworbene Software und deren Einsatz zu schaffen, wird in Zukunft zur unverzichtbaren Pflicht für Unternehmen. IT-Verantwortliche, die bislang noch darauf gehofft hatten, dass dieser Kelch an ihnen vorüber gehen würde, müssen spätestens jetzt einsehen, dass ein korrektes Lizenzmanagement unvermeidbar ist. Vor allem heute, in der Cloud- und Mobile-Ära, die die Komplexität des Themas noch verstärkt, muss mit den finanziellen Ressourcen des Unternehmens wirtschaftlich umgegangen werden. Denn Kosten für Software sind immer ein signifikantes Element in den Aufwendungen. Unterlizenzierung birgt nicht nur finanzielle Risiken, sondern kommt auch einer gravierenden Geldverschwendung gleich. Lizenzen, die nicht rechtzeitig erworben wurden, müssen zu sehr schlechten Konditionen nachgekauft werden. Nicht genutzte Software führt zu Anschaffungen, die völlig unnötig sind und vertraglichen Zahlungen, die eingespart werden könnten.

Was bietet Matrix42 mit ihren Lösungen den Unternehmen?
Nadia Bischof: Matrix42 wird von Gartner als innovativer, visionärer Anbieter eingestuft. Deshalb vertrauen mehr als 3000 Unternehmen tagtäglich auf Lösungen von uns. Mit unserem zukunftsorientierten digitalen Self-Service-Workspace, werden wir den Anforderungen der mobilen Mitarbeiter von heute rundum gerecht. Die Unternehmens-IT profitiert von leistungsfähigen und unkomplizierten Funktionen für Softwareverteilung, Support, Verwaltung und Pflege mit umfassender Automatisierung und einheitlichen Self-Service-Oberflächen. Sie können so Anwendern einen sicheren Self-Service-Zugang zu einem personalisierten Workspace mit jedem Gerät – mit genau den Anwendungen, die sie für produktives Arbeiten benötigen bereitstellen. Dieser Vorteil schlägt sich in niedrigeren IT-Betriebskosten, höherer Effizienz bei der Lizenzierung von Software, geringerer Belastung der IT-Administratoren, vereinfachter Einhaltung von Compliance-Vorgaben und zufriedeneren, produktiveren Mitarbeitern nieder.

Spüren Sie ein zunehmendes Interesse an Workspace-Management-Lösungen bei Schweizer Unternehmen?
Nadia Bischof: Wir spüren ein grosses Interesse der Verwaltungen nach vollintegrierten Workspacelösungen. Die Anfragen, die Infrastruktur dahingehend zu analysieren nehmen zu. Gesucht werden Lösungen mit klar definierten Funktionalitäten welche sich genau auf die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen.

Welchen Einfluss hat dabei der allgegenwärtige Kostendruck?
Nadia Bischof: Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sind immer gezwungen die Kosten im Blick zu haben und zu optimieren. Das betrifft besonders die IT, die immer komplexer wird und heute in vielen Unternehmen zum Kernbestandteil der Unternehmensstrategie zählt.

Welche Rolle spielt hier das Thema Sicherheit bei der Entscheidung?
Nadia Bischof: Wir sehen, dass bei der Evaluation das Thema Sicherheit ein entscheidender Aspekt ist. Lösungen und Konzepte, die einen wirksamen Schutz der geschäftlichen Daten und Informationen auch auf privat genutzten Geräten sicherstellen, werden immer gefragter. Daran haben auch die immer strenger werdenden Compliance-Vorschriften sowie die vermehrte Sensibilisierung der Kunden beim Thema Datensicherheit ihren Anteil. Insbesondere im Bereich der öffentlichen Verwaltung spielt ein kontrollierter und sicherer Zugang zu den Daten eine entscheidende Rolle. So implementiert der Kanton Luzern das gesamte Portfolio von Matrix42 und bis Ende März 2016 soll dieses Projekt abgeschlossen sein.

Welches sind ihre Schwerpunkte von Matrix42 in diesem Jahr für den Schweizer Markt?
Nadia Bischof: Wir möchten in diesem Jahr weiter wachsen. Nebst einem Ausbau unseres Marktanteils in der Schweiz, setzen wir auch auf die Kundenzufriedenheit. Wir möchten glückliche Kunden haben, daher legen wir besonders grossen Wert auf die Beratung und den Service. Bereits im letzten Jahr haben wir unser Team in der Schweiz aufgestockt. Angestrebt ist unser Team auf bis zu 15 Mitarbeitende zu vergrössern.

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