Die Cloud wird neue Masstäbe in der Kommunikation setzen

Bild: Ulrich Blatter, Managing Director bei Mitel Schweiz AG

Die von der Swisscom erzwungene Umstellung der Kommunikation auf IP rückt immer näher. Wir fragten Ulrich Blatter, Managing Director bei Mitel Schweiz AG, welche Chancen die Umstellung für Unternehmen eröffnet.

Wir versprechen uns nach wie vor immer noch viel von UCC, trotzdem stagniert der Markt sowie die Umsetzung in den Unternehmen dafür. Was sind aus Ihrer Sicht die Ursachen?
Ich denke, die entsprechenden Verantwortlichen haben nach wie vor zu viel Respekt vor der technischen Umstellung einerseits, andererseits vor hohen Kosten. Dabei gibt es heute bereits KMU-taugliche Lösungen zu einem vernünftigen Preis. Unser MiCollab-System ist das beste Beispiel, um aus einem herkömmlichen Unternehmen eine Mobile Enterprise zu machen.

Fehlt es aus auch an einer Kommunikations- und/oder Applikationsstrategie in den Unternehmen?
In einigen Unternehmen ist das sehr wahrscheinlich der Fall. Mithilfe des Installationspartners liesse sich aber eine solche problemlos erstellen und umsetzen. Die Produkte dazu sind heute schon da.

Welche Möglichkeiten gibt es für eine bessere Akzeptanz für UCC-Lösungen zu sorgen?
Es braucht mehrere Faktoren. Einerseits braucht es Akzeptanz bei den Installateuren, die die entsprechenden Produkte den Kunden empfehlen, andererseits denke ich, die Medien können da eine bedeutende Rolle spielen. Wir stellen den Kunden die Technik zur Verfügung, es braucht aber auch eine entsprechende Berichterstattung in den Medien, um die Notwendigkeit deutlich zu machen.

«Viele Verantwortliche haben nach wie vor zu viel Respekt vor der technischen Umstellung auf UCC.»

Wird die Cloud hier neue Trends setzen?
Absolut! Mit der Migration in die Cloud werden sich für alle Unternehmen neue Möglichkeiten mit neuen Preismodellen eröffnen. Der Kunde braucht sich nicht mehr um seine Hardware zu kümmern, ausserdem hat er garantiert stets die neueste Software zur Verfügung. Der Zugang zu Cloud-Lösungen wird für die Firmen einen neuen Meilenstein bedeuten.

Welchen Einfluss wird die Umstellung des Telekommunikationsnetzes der Swisscom auf IP für Anbieter wie Mitel haben?
Keine grossen. Unsere Produkte sind seit längerer Zeit hybrid, sprich ebenfalls IP-tauglich. Der Kunde muss jetzt raschestmöglich mit seinem Installationspartner Kontakt aufnehmen, damit dieser prüfen kann, ob und welche Umstellungen beim Kunden notwendig sind.

Sehen Sie den vorgegebenen Zeitraum der Migration bis 2017 für umsetzbar und wie reagieren Ihre Kunden darauf?
Es ist ein ehrgeiziges Ziel, eine ganze Nation umzurüsten. Aber das Jahr hat 365 Tage und die Swisscom hat keinen verbindlichen Endtermin genannt. Wir werden für unsere Partner und Kunden alles tun, damit der Umstieg rasch und problemlos vonstatten geht.

Welche Stolpersteine bei der IP-Migration gibt es in den Unternehmen zu überwinden?
Die folgenden Fragen stellen sich hier in diesem Zusammenhang:

  • Braucht es neue Hardware (Server, Switch, Router, Firewall) bei der Inhouse-Lösung?
  • Eine gewisse Bandbreite des Internetanschluss (Upload) ist sehr wichtig
  • Backuplösung für die höhere Ausfallrate als bei einem ISDN-Anschluss

Interne Infrastrukturen:

  • Ist die Verkabelung auf dem Stand der heutigen Technik (VoIP-Ready)?
  • Sind die Aktivkomponenten (Switch, Router, Firewall, Server) VoIP-tauglich?
  • Sind Spezialgeräte vorhanden (Frankiermaschinen, Modems, Türsprechstellen, Signalleuchten und Signalhorn), die bisher an einem Analog-Anschluss angeschlossen waren? Sind diese durch IP-fähige Hardware zu ersetzen oder mit «Medien-Wandler» anzuschliessen und ist hier auch die Verkabelung schon vorhanden?
    Welche Art von Endgeräten wird benötigt resp. gewünscht: Headset, Telefon, Adapter, usw. (VoIP-Telefone sind in der Regel teurer als ISDN-Telefone)? Welches Endgerät ist für welchen Mitarbeiter die beste Variante?
  • Wer macht den technischen Teil: Implementierung, Sicherheitsanforderung, Instandhaltung?
  • Gibt es eine sanfte Migration, wo die bestehende Anlage mit VoIP-Funktionen erweitert wird, oder eine harte Migration, wo alles neu erstellt wird?

Was unternimmt Mitel, um ihren Kunden bei der Migration auf IP-Telefonie zu helfen?
Wie bereits erwähnt, brauchen wir in Sachen Communication Server nicht mehr Anpassungen vorzunehmen, da unsere Plattformen bereits für die Umstellung gerüstet sind. Wichtig ist, dass sich die Kunden – auch aus eigenem Antrieb – möglichst rasch mit ihrem Installationspartner in Verbindung setzen, damit sie einerseits nicht plötzlich ohne Telefon da stehen und andererseits eine für sie optimale Lösung erhalten.

«Wichtig ist, dass sich die Kunden rasch mit ihrem Installationspartner in Verbindung setzen, damit sie nicht plötzlich ohne Telefon da stehen.»

Wie sehen Sie das Wachstum für UCC auf dem Schweizer Markt?
Die Schweizer sind von Natur aus sehr technikaffin und Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Nicht zuletzt deswegen belegt die Schweiz im internationalen Ranking, wenn es um Innovationen geht, immer die vorderen Ränge. Daher sehe ich für UCC im Schweizer Markt ein grosses Potenzial. Was früher nur Grossunternehmen vorbehalten war, ist heute auch für KMU absolut erschwinglich.

Die Aussicht, in naher Zukunft via Smartphone mit entsprechender Technologie jederzeit von überall auf alle Dokumente blitzartig und sicher zugreifen zu können, ganze Prozesse zu steuern und sogar Unternehmen zu leiten, ist natürlich sehr verlockend. Mitel bietet diese Technologie heute schon an: UCC eine Stufe höher, nämlich mobil und für alle, dies ist die Mitel-Strategie.

Welche Ziele will Mitel für 2016 in der Schweiz erreichen?
Die Herausforderungen in der nächsten Zeit werden hoch sein, mit der Umstellung auf «All IP» und den zunehmenden Cloud-Angeboten. Zudem macht uns der Kostendruck sowie der starke Franken nach wie vor sehr zu schaffen. Mit unseren Plattformen «MiVoice Office 400» für den KMU-Bereich und «MiVoice MX-ONE» für den Enterprise-Bereich wollen wir aber weiterhin unseren Marktanteil erhöhen.

«Seamless communication», dieses Konzept wollen wir in Zukunft am Markt verankern und umsetzen. Dies braucht noch einige Anstrengungen, um die Message bei den Kunden bekannt zu machen. Die meisten Kunden suchen heute eine Konvergenz zwischen On Premise Lösungen und Cloud. Mitel kann mit MiCollab und integriertem MiTeam diese Lösung anbieten und ist daher besser als die Mitbewerber aufgestellt, weil nicht zwingend eine separate Plattform benutzt werden muss.

Download (PDF, 75KB)

Share this...
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter