Mit Plattformen fit für das IoT

Das Internet of Things (IoT) ist eine Schlüsseltechnologie zur digitalen Transformation von Unternehmen und sollte in keiner Geschäftsstrategie mehr fehlen. In jeder Branche gibt es Anwendungsfälle, die Unternehmen einen entscheidenden Vorteil verschaffen können. Doch wie bewältigen sie den Einstieg in das IoT schnell und einfach? IoT-Plattformen versprechen Abhilfe. Sie müssen die erforderlichen technologischen Bestandteile besitzen – und dabei sowohl leistungsstark als auch benutzerfreundlich sein.

Laut einer IoT-Studie1 von COMPUTERWOCHE und CIO gewinnt das IoT an Reife und Relevanz in Deutschland und der Schweiz. Gradmesser dafür seien unter anderem die gestiegene Anzahl von IoT-Projekten. Für die Studie wurden 385 Entscheider aus der DACH-Region befragt. Sie diagnostiziert, dass das Internet of Things für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt und mit seiner Dynamik die Art des Wirtschaftens in den nächsten Jahren erheblich verändern wird.

Deutlich wird diese Entwicklung, so die Studie, durch die positive Resonanz auf das Thema IoT: Wenn Unternehmen erst einmal Anwendungsfälle im Unternehmen definieren und in Angriff nehmen, erzielen sie schnell positive Ergebnisse. Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Studienteilnehmer sind sehr zufrieden oder zufrieden mit den Ergebnissen, die ihre bisherigen IoT-Projekte vorweisen. Zu den Erfolgsfaktoren zählen unter anderem gesteigerte Produktivität, geringere Ausfallzeiten sowie höhere Auslastung und Kostensenkung. Zusätzlich gibt es weitere Vorteile wie zum Beispiel verbesserte Imagewerte, ein höherer Innovationsgrad und mehr Umsatz.

Schneller Einstieg dank Plattform

Besonders in den Bereichen vernetzte Produktion, Smart Connected Products und Logistik befindet sich IoT auf dem Vormarsch. Predictive Maintenance, also die vorausschauende Instandhaltung von Anlangen, ist ein häufiger Anwendungsfall der Industrie 4.0. Weitere Beispiele sind Bedarfsprognosen in der Fertigung oder vernetzte Fahrzeuge. All diese Szenarien lassen sich mit einer IoT-Plattform schnell realisieren. So verknüpft die IoT-Plattform Operational Technology (OT) und IT, um neue Erkenntnisse zu gewinnen, anhand derer sich die Geschäftsprozesse im Unternehmen optimieren lassen.

Um IoT vollumfänglich zu nutzen, müssen Unternehmen auf robuste, skalierbare und hocheffiziente Plattformen mit vielen verschiedenen Bausteinen setzen. Zu den erforderlichen technologischen Bestandteilen gehören Funktionen wie Datenmanagement und -integration, verteilte Datenverarbeitung oder Maschinenlernen. Im ersten Schritt ist eine zeitnahe und einfache Anbindung von Geräten und Protokollen an die IoT-Infrastruktur und Unternehmenssysteme wie ERP, MES oder CRM essenziell. Auch vorkonfigurierte Lösungen für weit verbreitete Anwendungsfälle, beispielsweise für Track & Trace oder Condition Monitoring, tragen dazu bei, dass Unternehmen nach dem „Plug & Play“-Prinzip schnell einsteigen können. Die Plattform leitet die erzeugten Datenströme an alle berechtigten Anwendungen weiter, damit sie dort weiterverarbeitet werden. Für die Analyse der Daten – in einer bestimmten Reihenfolge und zeitlichen Abfolge – sorgt eine Streaming-Analytics-Software.

Gretchenfrage: On-Premises oder Cloud?

Für die Verarbeitung von Daten geschäftskritischer, massgeschneiderter Anwendungen, setzen Unternehmen weiterhin verstärkt auf On-Premises. Eine Cloud-Lösung hingegen bietet eine gute Alternative bei weniger zeitkritischen Berechnungen, oder wenn Daten aus vielen Quellen benötigt werden. Da sich hohe Latenzen für einige Berechnungsprozesse in der Cloud nicht vermeiden lassen, ist es jedoch wenig sinnvoll, die gesamte Datenverarbeitung dorthin auszulagern. Zudem enthält ein IoT-Datenstrom redundante oder irrelevante Informationen, die nach einer Entscheidung in Echtzeit nicht mehr benötigt werden. Es ist daher ratsam, Cloud-Computing um Edge-Computing zu erweitern, um schnellstmögliche Berechnungen nahe der Datenquellen durchzuführen, Latenzzeiten zu minimieren und Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Künftig wird sich das IoT-Feld durch eine hochgradig verteilter Datenverarbeitung auf Cloud-Computing, Edge-Computing und On-Premises auszeichnen. Die klassische Methode, Daten im zentralen Data Warehouse bereitzustellen, wird dank Data-Streaming-Technologie um zeitsparende, lokale Analysen erweitert. Geringe zentrale Kontrolle und intensiver Datenaustausch spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Der IoT-Markt im Wandel

Ohne die Integration von Advanced Analytics, künstlicher Intelligenz und Maschinenlernen kommt eine zukunftsfähige IoT-Plattform nicht mehr aus. Denn nur wenn die Plattform Erkenntnisse aus Daten zieht und diese in Echtzeit anwendet, liefert sie dem Unternehmen den gewünschten Mehrwert. Der IoT-Markt ist aktuell noch unübersichtlich. Er bietet über 300 Plattformen, die eine grosse Zahl von Anwendungsfällen adressieren – von B2B- über B2C-Szenarien bis hin zum branchenspezifischen Fokus auf Daten-Connectivity oder -management. Ein umfängliches Angebot eines einzelnen Anbieters gibt es derzeit noch nicht. Es ist zu erwarten, dass in diesem Jahr die Marktführer ihre Zusammenarbeit intensivieren und so zu einer Marktbereinigung bei IoT-Plattformen beitragen werden. Kooperationen und Joint Ventures grosser Softwarefirmen, aber auch Übernahmen und Schliessungen werden mit grosser Wahrscheinlichkeit den Markt in diesem Jahr stark bereinigen.

Autor:

Georges Faddoul, Managing Director Switzerland, Software AG

 

Quelle: 1) Studie Internet of Things 2018. IDG Research Services. https://shop.computerwoche.de/portal/studie-internet-of-things-2017-pdf-download-direkt-im-shop-8116