Die Zukunft von Virtualisierungsexperten

Nicht wenige erfahrene IT-Administratoren im Bereich Virtualisierung sind etwas beunruhigt angesichts der Änderungen, die die Verbreitung der hybriden IT mit sich bringt. In der Vergangenheit wurden die aufregendsten und verlockendsten fortschrittlichen Technologien – einschliesslich der Virtualisierung – für ihre lokalen Rechenzentren entwickelt. Nun drängen die Cloud, die Container-Technologie und serverlose Architekturen in den Mittelpunkt. So wie zuvor System-, Netzwerk- und Datenbankadministratoren infolge der Virtualisierung im Laufe der Jahre einen Karriereumbruch erlebten, stehen heute die Virtualisierungsexperten an einem kritischen Wendepunkt in ihrer Karriere.

Eine der wohl größten Veränderungen mit Auswirkung auf die heutige Virtualisierungsumgebung ist die Weiterentwicklung von Verwaltungstools über Automatisierungs- und Orchestrierungssoftware. Diese Tools werden immer ausgefeilter – sie bieten mittlerweile vorausschauende Analysen und Empfehlungsfunktionen – und sie machen es durchaus möglich, den gesamten Lebenszyklus einer virtuellen Maschine oder einer virtuellen mehrstufigen Umgebung zu automatisieren. Von der Bereitstellung über die Vorbereitung bis hin zur Installation einer virtuellen Maschine kann nun alles automatisiert werden, sodass der Virtualisierungsadministrator scheinbar überflüssig wird.

Die Lücke schliessen: Von der Herausforderung zur Gelegenheit

Fertigkeiten zur Verwaltung und Überwachung wie die Konzepte DART (Discovery, Alerting, Remediation, Troubleshooting) und SOAR (Security, Optimization, Automation, Reporting) können sich für Virtualisierungsspezialisten als hilfreich erweisen, wenn sie in den nächsten Jahren ihre Tätigkeit neu erfinden. Viele der virtualisierungseigenen Herausforderungen – Auslastungsprobleme, die richtige Dimensionierung von Workloads, eine angemessene Ressourcenzuweisung usw. – bestehen auch beim Cloud Computing und bei As-a-Service-Lösungen. Statt eine virtuelle Maschine bereitzustellen und über die benötigten Betriebssysteme und IT-Protokolle nachzudenken, können Virtualisierungsspezialisten, sich Seite an Seite mit Cloud-Dienstanbieter weiterentwickeln, beispielsweise bestehende Fertigkeiten nutzen, um mehrstufige Anwendungen zu entwickeln und zu liefern und somit ein digitales Erlebnis für mobile Endbenutzer zu schaffen.

Die Fähigkeiten, zugrunde liegende Ursachen von Leistungsproblemen schnell zu identifizieren und zu beheben, Host-Umgebungen zu optimieren und die Berichterstellung für die Entwicklung zukünftiger Strategien zu nutzen, sind allesamt übertragbare Fertigkeiten. Sie werden eine große Hilfe sein, wenn in der Cloud entstandene Technologien ins Rechenzentrum übergehen.

Darüber hinaus gilt es, eine Handvoll neuer Softskills zu erwerben und aufzufrischen. Je stärker man zu einem Bindeglied zwischen dem Rechenzentrum und der Geschäftsführung wird und dabei helfen kann, relevante Lösungen von einem technischen Standpunkt aus den internen Beteiligten zu verkaufen, desto unverzichtbarer wird man für das Unternehmen.

Tipps und Best Practices

In der Technologielandschaft von heute riskieren Virtualisierungsadministratoren, überflüssig zu werden, wenn sie sich nicht weiterentwickeln. Diejenigen, die bestehenden Fertigkeiten weiter ausbauen können und sich mit neuen Technologien beschäftigen, werden jedoch problemlos zahlreiche neue Chancen nutzen können. Die folgenden Tipps und Best Practices sollen helfen, sich einen Platz in der nächsten Generation der IT zu sichern:

  1. Sich auf Veränderungen freuen. Administratoren sollten Veränderungen grundsätzlich begrüßen und nach Möglichkeiten Ausschau halten, um die Infrastrukturdienste ihrer Organisation zu erweitern und mit neuen Technologien wie Containern, Microservices, Functions-as-a-Service usw. zu arbeiten.
  2. Man lernt sein ganzes Leben lang. IT-Generalisten, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen auskennen, über ein ganzheitliches Verständnis des Anwendungsstapels verfügen und schnelle, fundierte Entscheidungen zu neuen Technologien treffen können, werden in der näheren Zukunft besonders erfolgreich sein. Virtualisierungsspezialisten, die heute erfolgreich sein wollen, müssen jede Gelegenheit nutzen, um sämtliche Komponenten des Infrastrukturstapels besser zu verstehen und nachzuvollziehen, wie sie von der expandierenden hybriden IT-Strategie beeinflusst werden.
  3. Zum strategischen Berater werden, anstatt nur der Problemlöser zu sein. Alle IT-Experten müssen sich stärker auf den Endbenutzer konzentrieren und die Rolle eines Beraters und Trainers einnehmen, statt einfach nur Probleme zu beheben. Folglich müssen Virtualisierungsexperten speziell dafür geschult werden, wann und wie neue Technologien so eingesetzt werden können, dass sie die größtmöglichen Vorteile für Organisationen bieten.
  4. Die Überwachung ist eine Disziplin. IT-Experten, die sich mit Monitoring-as-a-Discipline gut auskennen, sind auch gut darauf vorbereitet, von einer primär auf die Virtualisierung fokussierten Funktion zu einer stärker automatisierungs- und betriebszentrierten Funktion überzugehen – oder direkt auf die andere Seite zu wechseln und bei einem Cloud-Dienstanbieter tätig zu werden.

Um sich den Platz in der nächsten IT Generation zu sichern, müssen Virtualisierungsadministratoren über den Tellerrand der Infrastruktur hinausblicken und erkennen, wie neue Technologien und Fertigkeiten, den heutigen Geschäftsanforderungen begegnen können.

 

Autor von Kong Yang, Head Geek bei SolarWinds

Bild: shutterstock.com/Peshkova

 

 

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