Die IT wird zum zentralen Erfolgsfaktor für den Handel

Off- und Online-Kanäle rücken im Handel immer näher zusammen. Dr. Florian Heidecke, Partner und Client Service Director bei Namics, zeigt auf, welche Herausforderungen auf den Handel warten.

E-Business, E-Commerce, digitale Kommunikation, welche Branchen sind hier führend?
Als umsatzstärkste B2C-Branchen stechen der Elektronik-Markt sowie die Fashion-Branche hervor. Nebst der Reisebranche, die mittlerweile sehr stark im Online-Geschäft verankert ist, gewinnt aber auch der Foodbereich mit den beiden grossen Playern Migros und Coop mit ihrem Online-Angebot zunehmend an Bedeutung. Gerade für die grossen Filialgeschäfte und Ladenketten geht es heute darum, ihre Filialen zu digitalisieren, um so ihren Marktanteil halten und allenfalls ausbauen zu können.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche?
Digitale Plattformen sind im Gesundheitsbereich im Kommen. Die Angebote wachsen und werden vielfältiger. So konnten wir z.B. die ÖKK-Krankenversicherung sowie das Kantonsspital St.Gallen aktiv bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien unterstützen. Zentraler Touchpoint ist jeweils die Website, die im Rahmen des Relaunchs noch stärker an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet wurde. Das zeigt sich unter anderem im übersichtlichen Design, in der benutzerfreundlichen Navigation und in der Möglichkeit, ein persönliches Profil anzulegen. Das Thema Gesundheit ist mittlerweile aber auch für den Handel spannend und wichtig. Bemerkenswert ist hier die von Migros lancierte Gesundheitsplattform impuls, die durch Namics umgesetzt wurde. Hier geht es darum, im täglichen Kontakt mit Kunden und Gesundheitsinteressierten durch Ernährungstipps oder die Verknüpfung der gesamten Migros-Gesundheitspalette von Gesundheitszentren über die Fitnessstudios etc. zum gesünderen Leben der Schweizer Bevölkerung beizutragen.

Dr. Florian Heidecke, Client Service Director, Namics

«Kanalübergreifende Konzepte wie den Abgleich von Filialgeschäft und Online-Geschäft zu realisieren wird zu einer der grössten Herausforderungen für den Handel werden».

Mobile Websites, Shops und Mobile-Payment sind in aller Munde. Wo sehen Sie hier die Schweizer Unternehmen stehen?
Je nach Land gibt es signifikante Unterschiede bei der Verwendung der mobilen Betriebssysteme. Während zum Beispiel in Deutschland Android das führende System ist, fällt ein grosser Anteil in der Schweiz auf Apples iOS. Das bedeutet, dass ich mich in der Schweiz bei der Mobile-Strategie mit beiden Plattformen auseinandersetzen muss. Demzufolge gibt es einen höheren Aufwand beim Verwenden nativer Apps. Neue Shops werden heute i.d.R. responsiv entwickelt, laufen im Browser und sind somit grundsätzlich von den Systemplattformen unabhängig.

Inwieweit sind auch die Kunden bereit, Mobile-Payment für den Zahlungsverkehr einzusetzen?
Das Zahlen mit Karte oder Bargeld an der Kasse ist nach wie vor das mit Abstand häufigste Zahlungsmittel im Handel. Aber wir sehen einen vermehrten Trend zum Einsatz von Mobile-Devices fürs Mobile-Payment. Mobile Bezahlmöglichkeiten werden in absehbarer Zeit das Filialumfeld durchdringen. Hier ist die Schweiz weiter als z.B. Deutschland oder die südeuropäischen Länder.

Welche Trends und Entwicklungen werden in den nächsten Jahren die Agenda der IT-Verantwortlichen bestimmen?
Die grösste Herausforderung für die IT wird die interne Transformation sein – Kanalübergreifende Konzepte wie den Abgleich von Filialgeschäft und Online-Geschäft zu realisieren. Hier entstehen oft technologisch bedingte Brüche, die eine ganzheitliche Sicht auf den Kunden unmöglich machen. Diese gilt es, durch die Digitalisierung zu schliessen. Eine moderne, leistungsfähige IT-Infrastruktur wird so zu einem der zentralen Erfolgsfaktoren im Handel. Auf der einen Seite werden Investitionen in CRM-Systeme, Big-Data- und BI-Lösungen sowie die personalisierte Kommunikation und die Verbesserung der Servicequalität helfen, bestehende Kunden besser zu pflegen und neue Kunden zu gewinnen. Zukünftig werden aber auch Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) vermehrt in den Fokus der Verantwortlichen rücken.

[themify_box style=”light-yellow download”]

 Lesen Sie diesen Artikel und weitere in der Ausgabe 1-2017[/themify_box]

Share this...
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter