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Datenqualität trotz -quantität

Heterogene IT-Landschaften erschweren die Datenpflege und -verwaltung. Doch wenn Clouddienste mit den Kernsystemen gekoppelt werden müssen, ist ein freier Datenfluss über Anwendungsgrenzen hinweg erforderlich.

Durchschnittlich um die 500 unterschiedliche IT-Lösungen stehen in einem mittelgrossen Unternehmen heutzutage im Einsatz. Eine so heterogene IT-Landschaft kann schnell ineffizient werden. Insbesondere die Daten, die in den verschiedenen Applikationen liegen, werden oft nicht optimal genutzt. Grösstenteils weil sie nicht synchronisiert werden. Nun gelten Daten nicht erst seit Big Data als die neue Währung des digitalen Zeitalters. Doch liegen sie isoliert in einzelnen Anwendungssilos, geht ihr Potenzial verloren, ja mehr noch: Der Aktualisierungs- und Pflegeaufwand steigt ins Unermessliche. Datenintegration ist daher ein drängendes Problem in vielen Firmen. Ziel jeder Datenintegration ist es, Daten aus vielfältigen Quellen so zu verbinden, zu verifizieren und zu verdichten, dass aus ihnen Informationsmehrwert generiert werden kann. Ein Datenintegrationsprojekt beinhaltet normalerweise folgende Schritte:

  • Zugriff auf die Daten aus sämtlichen Quellen und an sämtlichen Speicherorten, unabhängig davon, ob sie auf lokalen (on Premises) oder cloudbasierten Systemen oder verteilt auf beiden gespeichert sind
  • Integration der Daten, so dass die Datensätze aus einer Datenquelle den Datensätzen einer anderen zugeordnet sind (d. h. auch wenn ein Datensatz die Benennung «Nachname, Vorname» und ein weiterer Datensatz die Benennung «Vname, Nname» aufweist, ist beim integrierten Datensatz gewährleistet, dass beide richtig gespeichert werden). Diese Art der Datenvorbereitung ist unverzichtbar, damit die Daten erfolgreich von Analytics- oder anderen Anwendungen genutzt werden können
  • Bereitstellung integrierter Daten für das Unternehmen – genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen die Daten benötigt, unabhängig davon, ob die Bereitstellung per Stapelverarbeitung, nahezu in Echtzeit oder in Echtzeit erfolgt.

Multi-Cloud-Welten integrieren

Es ist in der Regel nicht möglich, alle Anforderungen eines Unternehmens nur mit Cloud-Angeboten zu erfüllen. Und handkehrum sind auch die Cloud-Dienste mittlerweile so zahlreich, dass in den Unternehmen mittlerweile ein Mix an verschiedenen SaaS-, PaaS-, Mobile oder Social-Apps genutzt wird. Diese Multi-Cloud-Welt macht jedoch nur Sinn, wenn sich die Lösungen effektiv miteinander kombinieren lassen. Zugleich müssen Software-Dienste mit bereits bestehenden Anwendungslandschaften verbunden werden. Wandern die Applikationen in die Cloud, ist es naheliegend, dass auch die Datenintegration aus der Cloud heraus erfolgt. Damit kann sich der Kunde die aufwändige Installation einer Integrationslösung vor Ort sparen. Datenintegration as a Service (DOaaS) baut quasi eine Brücke zwischen den verschiedenen IT-Insellösungen in Unternehmen: sicher und vor allem schnell.

Datenorchestrierung per Portal

Mit der Nutzung eines Management-Portals für die Datenorchestrierung entscheidet jeder Kunde selbst, welche Daten er wann, wie und wo in der Private oder der Public-Cloud oder on Premise abgleichen möchte. Der Kunde wählt die Applikationen, deren Daten er synchronisieren möchte und kann die Verknüpfungen per Drag & Drop in DOaaS herstellen. Über die Benutzeroberfläche hat er die volle Kontrolle über alle Datenverknüpfungen und verschiedene Optionen, sie in Einklang zu bringen, zu transformieren und die Datenqualität im Unternehmen zu optimieren. Dabei werden die Daten direkt von Applikation zu Applikation transferiert; das DOaaS-Portal dient lediglich dem Management der beiden Kernfunktionen Datenverteilung und Datenveredelung. Die Daten werden intelligent und systemübergreifend integriert.

Das kann beispielsweise so aussehen: Ein Unternehmen führt die Daten aus seinen Angeboten zusammen und macht sie seinen Verkaufsberatern im Aussendienst zusammen mit den Kundendaten verfügbar. Hat der Aussendienstmitarbeiter die Verkaufshistorie plus weitere «verkaufsunterstützende» Informationen zu den Vorlieben und Gegebenheiten des Kunden parat, kann er viel individueller auf sein Gegenüber eingehen. Die Aussendienstler sind ständig unterwegs und pflegen resp. erweitern die Datensätze. Doch das CRM aus der Salesforce-Cloud ist nicht mit dem SAP-System verbunden. Hierfür organisiert DOaaS eine ständige Synchronisation aller Daten, und zwar genau so, wie es gewünscht wird. Eine vor Ort beim Kunden korrigierte Telefonnummer fliesst dank der Synchronisierung direkt ins unternehmensinterne Netzwerk und aktualisiert sich somit auch bei allen anderen Mitarbeitenden. Das kann eine «Einbahnstrasse» sein, wenn beispielsweise Daten im SAP nicht ohne weiteres von jedem Mitarbeiter verändert werden können sollen. Dann speist das SAP zwar die Salesforce-Accounts mit Kundendaten, Änderungen in die andere Richtung müssen aber zunächst eine Art Clearingstelle im Unternehmen durchlaufen. Andere Systeme hingegen können so konfiguriert werden, dass automatisch in beide Richtungen aktualisiert wird. Auch der Synchronisationsrhythmus kann individuell auf Kundenbedürfnisse angepasst werden, wie zum Beispiel einmal täglich oder in Echtzeit.

Höchste Sicherheit und breite Anwendungsmöglichkeiten

Bei diesen Prozessen fungiert DOaaS gewissermassen als Datendirigent, der geänderte Informationen oder neue Daten von einem System ins nächste sendet. Dabei führt die Lösung als zentrale Schnittstelle alle anderen Serverdaten oder Cloudspeicher zusammen. Berechtigte Mitarbeitende aus IT und den Fachabteilungen können über Metadaten definieren, welche Daten zwischen dem Unternehmen und den Cloud-Services wie verteilt und veredelt werden müssen. Von Filterung über Bereinigung, Replikation bis hin zu Aktualisierung und Verschlüsselung sind vielfältige Optionen gegeben. Der Vorteil: Alle Metadaten werden nur an einer Stelle logisch definiert, verwaltet und gesteuert. Der Datenfluss selbst läuft ausschliesslich über so genannte Secure Agents von Anwendung zu Anwendung und niemals über das Portal selbst.

Das DOaaS-Portal verknüpft über bestehende Schnittstellen über hundert Cloud- oder on-Premise-Applikationen respektive kommuniziert auch mit den grossen Hadoop-Distributionen. Und der Dienst bietet zudem ein Entwicklungs-Framework. Dort lassen sich Schnittstellen, die noch nicht angeboten werden, einfach, schnell und effizient entwickeln. Der Datenintegrationsservice ist somit neutral und folgt der Devise «Map once, deploy anywhere». Die Datenhoheit verbleibt selbstverständlich beim Unternehmen selbst.

Hinweis:

Datenorchestrierung als Service kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden:
http://doaas.t-systems.com/ma/

Download (PDF, 905KB)

Autor: Thomas Williams ist Portfolio Offering Manager bei T-Systems Schweiz

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