Cloud Computing öffnet neue Wege für die IT-Branche

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Der Bedarf an diesen neuen Kompetenzen beeinflusst auch Aus- und Weiterbildungsprogramme. Bild: Shuttertock.com

Mit dem Einzug von Cloud Computing steht die Arbeitswelt vor einem grossen Umbruch. Es werden neue IT-Jobs entstehen. IT-Fachkräfte werden sich mit neuen Fähigkeiten und Kompetenzen befassen müssen.

Cloud Computing erweist sich als der bedeutendste revolutionäre Technologietrend der letzten Jahre, der sich in immer mehr Unternehmen weltweit durchsetzt. Laut Gartner sollen die Ausgaben für Cloud Computing bis 2016 mit einer Wachstumsrate von 100 Prozent wachsen und 207 Milliarden US-Dollar erreichen. Vergleicht man dies mit dem allgemeinen Wachstum des weltweiten IT-Markts um rund 3 Prozent, wird die Popularität des Cloud Computings deutlich.

Für die Arbeitswelt bedeutet die Umstellung auf Cloud Computing einen ähnlichen Umbruch wie das papierfreie Büro und die Einführung der IT. Der weltweite Wandel der Art und Weise, wie IT genutzt wird, sorgt zwangsläufig auch für Veränderungen im IT-Arbeitsmarkt. Neue Kompetenzen sind gefordert und Mitarbeiter werden sich anpassen bzw. andere Aufgaben wahrnehmen müssen. So ergab eine Studie, die kürzlich im Auftrag von Microsoft erstellt wurde, dass die Cloud bis 2015 weltweit fast 14 Millionen Arbeitsplätze schaffen wird. Was bedeutet diese Entwicklung für die IT-Branche und den Arbeitsmarkt?

Von herkömmlichen Wegen …

Interne IT-Jobs, wie Systemadministratoren oder IT-Operatoren, werden sich mit dem Aufkommen von Infrastructure-as-a-Service in die Cloud verlagern. Wenn die IT offsite durch IT-Dienstleister gehostet wird, werden intern auch weniger herkömmliche Rechenzentrumsmanager benötigt. Ebenso erübrigt sich möglicherweise ein interner Anwendungsexperte, wenn Unternehmen die Vorteile eines gehosteten Service nutzen.

Damit schafft Cloud Computing bei traditionellen Outsourcing-Anbietern weltweit eine Vielzahl neuer Beschäftigungsmöglichkeiten. Dank einer höheren Wirtschaftsdynamik werden sich auch IT-Dienstleistungen weiterentwickeln und die intelligentere, schnellere Bereitstellung von IT-Lösungen über die Cloud ermöglichen. Auf lange Sicht wird die Cloud z.B. den Aufwand für das Management der technischen Infrastruktur verringern.

… zu differenzierteren Aufgaben

Völlig neue Job-Profile werden sich entwickeln, die Beratungskompetenz und eine Kombination aus technischen und betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten fordern, um Cloud-basierte Business-Lösungen wertschöpfend zu unterstützen. Zum Beispiel müssen Mitarbeiter in dieser neuen Funktion nicht nur komplexe IT-, sondern auch Business-Lösungen anbieten, was Analytik und fachkundige Projektberatung erfordert.

Die Konvergenz dieser Fähigkeiten wird eine neue Art von IT-Profis hervorbringen. Sowohl Systemadministratoren mit Kenntnissen in Scripting und Codierung als auch Entwickler mit Infrastrukturkenntnissen werden benötigt. Diese Kompetenzen werden Unternehmen helfen, verschiedene Herausforderungen rund um neue Technologiebereichen wie SDDC und DevOps zu bewältigen.

Um den Wechsel zu schaffen und Cloud-Umgebungen zu pflegen, benötigen sowohl Unternehmen als auch Service-Provider eine Reihe von Cloud-Spezialisten, von Produkt-Managern und -Beratern bis hin zu Netzwerk-Managern und -Technikern. Cloud-Spezialisten in Unternehmen müssen fähig sein, die Cloud-Umgebungen in Übereinstimmung mit den unternehmenseigenen Anforderungen zu verwalten, während Cloud-Anbieter wiederum Mitarbeiter brauchen, die das entsprechende technische Know-how mitbringen, um Service-Levels zu gewährleisten.

Beim Wandel der Unternehmens-IT vom Service-Anbieter zum Service-Aggregator dürfte Service-Integration und -Management (SIAM) zu einer wichtigen Funktion/Abteilung werden. Ihre Aufgabe wird sein, Unified Service Lifecycle Management für mehrere Cloud-/Service-Provider sowie einheitliche Prozesse und Lösungen zu ermöglichen.

Der Bedarf an diesen neuen Kompetenzen beeinflusst auch Aus- und Weiterbildungsprogramme. Hier sind Organisationen und IT-Profis gefragt, die proaktiv an die neuen Inhalte herangehen. In Verbindung mit zukünftigen Ausblicken auf diese Technologien können sie aktuelle Interessengebiete festlegen und Weiterbildungspläne gemeinsam mit den Unternehmen entwickeln. Ergänzend kommen Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme hinzu, die von den Technologiepartnern/Herstellern angeboten werden.

Wie bereits erwähnt, werden sich die Veränderungen auch auf die Outsourcing-Branche auswirken. Da die Zahl der Cloud-Anbieter, Reseller, Integratoren und Distributoren zunimmt, bildet sich zunehmend ein Ökosystem von Cloud-Beteiligten heraus. Die Pflege der komplexen Beziehungen dieser Unternehmen übernimmt ein völlig neuer Beruf – der Cloud-Broker. Ein Cloud-Broker bietet nicht nur Mehrwert durch die Verwaltung der Nutzung, Performance und Bereitstellung von Cloud-Services, sondern auch durch das Aushandeln der Beziehungen zwischen Anbietern und Nutzern der Cloud. Hinzu kommen weitere Dienstleistungen, wie z.B. Integration, Aggregation und Arbitrage.

Dies ist eine enorme Aufgabe und fordert hoch qualifizierte Experten. Ein Unternehmen kann zwar interne Mitarbeiter mit der Verwaltung dieses Ökosystems betrauen, jedoch könnte es diesen am Verhandlungsgeschick bei der Abstimmung der Dienste mangeln. Die Auslagerung dieser komplexen Dienstleistungen an Cloud-Broker, die durch Partnerschaften mit führenden Technologieanbietern ein kostengünstiges und innovatives Wertversprechen bieten können, bietet hier deutliche Vorteile.

Paradigmenwechsel in der IT

Cloud Computing und seine unterschiedlichen Konzepte, wie private, öffentliche und hybride Clouds, IaaS, PaaS, SaaS, XaaS und mehr, entwickeln sich ständig weiter. Überschneidungen unterschiedlicher Aufgabenbereiche werden eine Fülle neuer Beschäftigungsmöglichkeiten für IT-Talente eröffnen. In den Unternehmen werden Kompetenzbereiche verschmelzen und Mitarbeiter sind gefordert sich anzupassen, um zum Erfolg ihres Unternehmens beizutragen.

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Autor: Kalyan Kumar ist Chief Technologist, HCL Technologies

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